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Terra sem Males

sind im Augenblick in Deutschland auf Tournee. Einige Termine sind noch frei. Interessierte Gemeinden und Eine Welt Gruppen sollten zügig Kontakt aufnehmen.
Für einen Musikeindruck überlassen wir die CD "AM RANDE DER ZEIT" zum Unkostenpreis.

Du bist nicht für ein Jammerleben geboren


Ein altes Thema, aber leider immer noch nicht überholt,
denn "bei der Frage nach den Ursachen kommen die Themen,
die den Hunger und die grossen Wirtschaftsprobleme betreffen,
nun erst recht in die Erinnerung"
(Ein Wort vom ehemaligen Propst in Frankfurt
Pfr. D. Trautwein
zum "11. September", am 28. Oktober 2001).

Texte und Noten

der neuen Lieder - und wir haben einige! -
werden wir zur Verfügung stellen.

Zu den Musikern:

Wellington
(Profimusiker aus Porto Alegre, Südbrasilien, Akkordeon, Gesang und Perkussion)

Cláudio Veiga
(Profimusiker) aus Porto Alegre, Südbrasilien, Guitarre, Gesang und Perkussion
Dorival Ristoff
(Pfarrer aus Rio de Janeiro, Gesang und Gitarre)




Zeitungsartikel:

...Durch die Kirche hallten Melodien und
Rhythmen aus dem Süden Brasiliens. Da-
für sorgte Dorival Ristof, der mit drei
Profimusikern aus seiner Heimat Brasi-
lien nach Frankfurt gekommen war. Ab-
seits der ausgetretenen Pfade von Samba
und Bossanova stellte er weniger bekann-
te Stilrichtungen populärer brasiliani-
scher Musik vor. Dabei forderte er die
Kirchgänger auf zu tanzen; was diese, ein
wenig schüchtern, auch wirklich taten.
Das ist nicht weiter verwunderlich;
denn was Dorival Ristoff und seine drei
Begleiter den Zuhörern am Bockenheimer
Kirchplatz an musikalischen Welten er-
schlossen, fällt ganz sicher nicht unter die
Kategorie Sakralmusik. Ristof ist Welt-
reisender in Sachen Musik und Glauben
gleichermaßen. Was das Quartett bietet
unterscheidet sich fundamental von den
überzuckerten musikalischen Süßspeisen
diverser Sacro-Pop-Interpreten.
Einfache Volksweisen bilden das melo-
diöse Rückgrat eine nicht zuletzt mu-
sikhistorisch spannende Reise durch den
Süden Lateinamerikas. Darauf aufbau-
end, schafen die vier - in der für den
Kulturraum typischen Instrumentierung
aus Percussion, Akkordeon und Gitarren
(seltener: Baßgitarre) - unter Verwen-
dung des überreichen rhythmischen Fun-
dus ihrer Heimat eine Art Fusion-Sound,
der seine vielfältigen kulturellen Wurzeln
nicht leugnet.
Wäre der Begriff "world music" nicht
längst in der kommerziellen Schublade
verstaut, er hätte hier durchaus seine Be-
rechtigung. Kenntnisreich erläutert Dori-
val Ristof die verwendeten musikalischen
Zitate: die im Windschatten der spani-
schen Eroberer auf den Subkontinent ge-
langten arabischen Einflüsse; die Tänze
der aus Armut im 19. Jahrhundert nach
Südamerika ausgewanderten Deutschen
oder der politischen Exilanten aus Italien;
Rhythmik, traditionelle Musikinstrumen-
te und Gesang der Ureinwohner; das in
weiten Teilen Brasiliens dominierende
musikalische Erbe der schwarzen Skla-
ven. .
All das verschmilzt im Konzert in der
Bockenheimer Kirche zu einem überwälti-
genden Ausdruck kulturellen Reichtums,
gibt Zeugnis von Sinn und Funktion
wechselseitiger kultureller Durchdrin-
gung - und ist so allemal hochpolitisch.
Das gilt nicht minder für die Texte, die
Dorival Ristof mit Hilfe von Freunden
größtenteils ins Deutsche übertragen hat.
Zwar ist der religiöse Gehalt unverkenn-
bar. Doch bleibt die wesentliche Funktion
der populären musikalischen Dichtung
Lateinamerikas als Kommunikationsmit-
tel der kleinen Leute erhalten. Sie dient
auch in ihrer religiös gefärbten Variante
vorrangig als kollektives Gedächtnis" wi-
der die Unterdrückung und zur Beschrei-
bung einer beinharten sozialen Realität.
Daß solche Inhalte meist mit über-
schäumender musikalischer Vitalität, mit
unverhüllter Sinnlichkeit gepaart wer-
den, ist für Dorival Ristof, dessen Vorfah-
ren aus Pommern stammen, einer der fas-
zinierendsten Aspekte der brasilianischen
Seele. Gerade den Armsten, sagt er wäh-
rend des Frankfurter Gastspiels, den
Menschen ohne Zukunft, den vielen, die
im Elend hausten, könne eines niemand
nehmen: die Lebensfreude. Es steckt, ge-
wollt oder ungewollt, -eine Botschaft in
diesen Worten an die deutschen Zuhörer.
Auch deren Seelen hat er lange erforscht.
Von 1989 bis 1994 betreute der fließend
deutsch sprechende Brasilianer als Aus-
tauschpfarrer eine Frankfurter Gemein-
de. Die steht zum Ende des mehr als zwei-
stündigen Konzerts, rhythmisch klat-
schend und vorsichtig inden Hüllen wie-
gend, in der Kirche und demonstriert es:
Lebensfreude am Buß- und Bettag.
Frankfurter Rundschau 5.12.96

Terra sem Males - so nennt sich eine Handvoll brasilianischer Musiker, die unter der Leitung von Pfarrer
Dorival Ristoff vor einiger Zeit begonnen haben, Lieder der Menschen ihrer südbrasilianischen
Heimat zu sammeln, zu arrangieren und einem internationalen Publikum zugänglich zu machen.
Manchmal traurige, manchmal trotzige, meistens fröhliche, immer aber kraftvolle Geschichten
erzählen diese von Armut gebeutelten Menschen Lateinamerikas. Ihre Lieder sind Ausdruck ihres
Zorns, ihrer Wehmut und ihrer Hoffnung - hörenswert und mitreißend. Typisch afrobrasilianische
Rythmen konkurrieren mit der Tradition des mitteleuropäischen Volksliedes und alten indiaanischen Weisen - ein buntes, zuweilen kabarettistisches Gebinde unter die Haut gehender Melodien.

Bestimmt fehlen noch Informationen. Selbstverständlich bin ich bereit auf alle offene Fragen zu jeder Zeit zu antworten.
Um forte abrašo.
Dorival